In Taravao gab ich dem Gendarm sein Pferd zurück, und es kam zu einem peinlichen Vorfall. Die Frau des Gendarmen, eine Französin, sagte zwar ohne Spott, aber taktlos zu mir:
– Was! Sie nehmen sich eine solche Dirne mit?
Und ihre boshaften Augen entkleideten das junge Mädchen, das dieser beleidigenden Prüfung mit vollkommener Kaltblütigkeit begegnete.
Ich betrachtete einen Augenblick dies symbolische Schauspiel, das die beiden Frauen mir boten: Hier erste Blütezeit, Glaube und Natur, dort Dürre, Zwang und Künstelei. Zwei feindliche Rassen standen sich gegenüber, und ich schämte mich der meinigen. Ich litt darunter, sie so kleinlich und verständnislos zu sehen, und wandte mich schnell ab, um mich an dem Glanz der andern, an diesem lebenden Gold zu erfreuen und zu erwärmen, das ich schon liebte.
In Taravao verabschiedete die Familie sich bei dem Chinesen von uns, wo alles zu haben ist, verfälschte Liköre und Früchte, Waffen und Stoffe, Männer, Frauen und Vieh.
Meine Frau und ich benutzten einen Wagen, der uns 25 Kilometer weiter, in Mateïéa, vor meiner Hütte absetzte.
* * *
Meine Frau war nicht sehr gesprächig, heiter und melancholisch zugleich, vor allem aber spottlustig.
Wir hörten nicht auf, uns gegenseitig zu studieren, aber sie blieb unergründlich, und ich war bald der Besiegte in diesem Kampf.