Die Genien sind von den Menschen gemutmaßte oder vielmehr wissentlich erdachte Gottheiten. Sie legen irgendeinem Tiere oder einem Gegenstand, einem Baume z. B., ohne jeden Grund willkürlich göttliche Bedeutung bei und fragen ihn dann bei jedem wichtigen Anlaß um Rat. – Vielleicht ist das noch eine Spur der Seelenwanderung der Inder, die die Maories höchst wahrscheinlich gekannt haben.

Ihre historischen Gesänge sind überreich an Sagen, in denen man die Götter wieder die Gestalt von Tieren und Pflanzen annehmen sieht.

Nach den Atuas und Oramatuas kommen in letzter Reihe der himmlischen Rangordnung die Tiis.

Diese Söhne Taaroas und Hinas sind sehr zahlreich.

Als den Göttern untergeordnete und den Menschen fernstehende Geister, vermitteln sie nach der Schöpfungssage der Maories zwischen organischen und unorganischen Wesen und verteidigen die Ansprüche und Rechte dieser gegen die widerrechtlichen Angriffe der anderen.

Ihre Entstehung ist diese:

Es schlief Taaroa mit Ani (Sehnsucht) und sie zeugten: die Sehnsucht der Nacht, den Boten der Finsternis und des Todes; die Sehnsucht des Tages, den Boten des Lichts und des Lebens; die Sehnsucht der Götter, den Boten des Himmlischen, und die Sehnsucht der Menschen, den Boten des Irdischen.

Sodann zeugten sie: Tii-des-Inneren, der über Tiere und Pflanzen wacht, Tii-des-Äußeren, der alle Wesen und Dinge des Meeres hütet; Tii-des-Sandes, Tii-der-Küsten und Tii-der-lockeren Erde; Tii-der-Felsen und Tii-des-Festen-Landes.

Später wurden noch geboren: Nachtleben, Tagesleben, Kommen und Gehen, Ebbe und Flut, Freudenspenden und Genießen.

Die Bildnisse der Tiis waren an der Außenseite der Maraës (Tempel) angebracht und begrenzten das Innere des heiligen Bodens. Man sieht deren auf Felsen und an Küsten, und diese Götzenbilder haben die Aufgabe, die Grenze zwischen Erde und Meer zu bezeichnen, die Harmonie zwischen den beiden Elementen aufrechtzuerhalten und ihren wechselseitigen Eingriffen zu wehren. Reisende haben noch jetzt auf der Ile-de-Pâques einige Tii-Statuen gesehen. Es sind Riesendenkmäler in halb menschlicher, halb tierischer Gestalt, die von einem eigentümlichen Schönheitsbegriff und großer Geschicklichkeit in der Behandlung der Steine zeugen, die architektonisch in Blöcken von geschickt gewählter Farbenzusammenstellung übereinander getürmt sind.