Oro, der Sohn des Taaroa und nach seinem Vater der höchste der Götter, beschloß eines Tages, unter den Sterblichen eine Gefährtin zu suchen.

Es sollte eine Jungfrau sein, schön und tauglich, mit ihm unter den Menschen eine Rasse zu gründen, die allen bevorzugt und überlegen war.

Er durchschritt also die sieben Himmel und stieg hinunter auf den Païa, einen hohen Berg auf der Insel Bora-Bora, wo seine Schwestern, die Göttinnen Téouri und Oaaoa, wohnten.

Nun trat Oro in Gestalt eines jungen Kriegers und seine Schwestern in junge Mädchen verwandelt, eine Fahrt durch die Insel an, um dort ein Wesen zu suchen, das eines Gottes Kuß würdig wäre.

Oro ergriff den Regenbogen, stützte ein Ende auf den Gipfel des Païa, das andere auf die Erde, und so schritten der Gott und die Göttinnen über Täler und Fluten.

Auf den verschiedenen Inseln, wo man eilte sie zu empfangen, gaben die Reisenden prunkvolle, wunderbare Feste, zu denen alle Frauen sich drängten.

Und Oro hielt Umschau unter ihnen. Aber sein Herz war betrübt, denn der Gott fand Liebe, aber er liebte nicht. Auf keiner der Menschentöchter weilte sein Blick lange, denn er entdeckte nicht eine der Tugenden und Vorzüge, von denen er geträumt.

Und nachdem viele Tage unter vergeblichem Suchen verstrichen waren, beschloß er, in die Himmel zurückzukehren, als er zu Vaïtapé auf der Insel Bora-Bora eine Jungfrau von seltener Schönheit erblickte, die in dem schönen See von Avaï Aïa badete.

Sie war von hoher Gestalt, und die Sonnenglut brannte und leuchtete auf ihrem herrlichen Fleisch, während der ganze Zauber der Liebe in der Nacht ihres Haares schlummerte.

Entzückt bat Oro die Schwestern, die Jungfrau anzureden.