»Ihr seid ein siebenmal schlaues Beest«, sagte er. »Aber warum wollt Ihr nur durchaus beim Kral wohnen?«
»Alles, was vom König kommt, hat Ansehen.«
»Habt Ihr auch manchmal Botschaften zu bringen – ich meine wendische Nachrichten?«
»O ja – der Herr Vater hat mir immer vertraut. Ich habe manches auszurichten gehabt, und einmal hat ein Deutscher in der Stadt auf mich gesagt: Sieh da – das ist der wendische Staatskurier, das ist die Geheimrätin Wičaz! Ich habe ihn ausgelacht und gesagt, der Scholta vertraue mir nicht einmal an, ein paar Hühner zu verkaufen.«
»So seid Ihr verschwiegen. Nun sagt mir, von wem habt Ihr das Gleichnis von den zwei Adlern?«
»Ich habe es aus den Karten gelesen.«
Samo machte eine wegwerfende Handbewegung.
»Nun, so nehmen wir an, es ist mir eingefallen, wenn ich auf den weiten Wegen allein war, und es fiel mir immer ein, wenn ich in den Hof des Kral kam. Da sah ich es mit offenen Augen.«
»Erzählt Ihr dieses Gleichnis auch anderen Leuten?«
»Ich habe es noch nicht erzählt. Ich wollte es nicht sagen, daß der eine in dem Lóbjofluß ertrinken wird; sie würden sich sonst zu sehr freuen.«