Die Erregung legte sich allgemach etwas; nur einzelne Studentengruppen führten unter sich aufgeregte Debatten. Man beschloß eine große Demonstration vor der Karlsuniversität.
Und nun trat »Plzenske piwo« in seine gewaltigen Rechte. Pilsener Bier. Je erregter der Mann, desto tiefer der Trunk. Nur, daß der köstliche Trank das innere Feuer nicht löschte, sondern immer mehr anfachte.
»Diese elenden Frankfurter!«[32]
»Jauche haben sie gegossen in unseren slawischen Verbrüderungswein!«
»Der eine sah aus wie ein bunter Hanswurst, der andere wie ein Urmensch aus der Eiszeit. Und das nannten sie slawische Nationaltracht! Und der Kerl, der Lette, sagte ausdrücklich, eigentlich bin ich ein Germanoslawe, aber ich habe den Germanen abgestreift und stehe jetzt als Slawe hier. Und wir klatschen Beifall dazu. Eine Schmach! Eine Schmach!«
Der junge Student, der das sagte, vergoß Tränen.
Da stimmte jemand das Lied von der Aussiger Schlacht an: »Bitwa před Ustim.«
»Gedankt sei Gott! O preiset ihn,
Er hat uns hilfereich verlieh'n,
Die Deutschen ruhmvoll zu schlagen
Und aus dem Lande zu jagen!«
Die Studenten hörten mit finsteren Gesichtern zu. Heut war der Ruhm, wie sie die Deutschen aus dem Felde geschlagen hatten, klein.