»Ein hognity kjandros ist er«, lallte Lobo, der bereits wieder betrunken war.
»Sie ist verliebt in Wilhelm,« sagte giftig eine Magd; »sie hat ihm drei Haare vom Nacken und ein Stück Haut vom Knie in den Osterkuchen gebacken. Nun ist er in sie vernarrt.«
»Es ist nicht wahr«, schluchzte Worsla, »es ist nicht wahr!«
»Ruhe!« kommandierte der alte Kito. »Heute ist keine Zeit für Liebessachen!«
Es entstand eine Pause. Man hörte nichts als gelegentlich den glucksenden Ton, wenn einer Branntwein trank.
Da sprach der Alte:
»Ich will nicht, daß die Frau stirbt. Sie ist noch jung und sie ist gut. Vor dreißig Jahren bin ich mit ihr auf den Hof gekommen. Ich will nicht, daß sie stirbt. Ich werde sie anräuchern. Noch ehe die Sonne aufgeht, werde ich auf den Kirchhof gehen und Gras abschneiden von einem Kindergrabe. Und ich werde dabei zählen: neun, acht, sieben, sechs, fünf, vier, drei, zwei, eins. So werde ich zählen. Und am Morgen werde ich das Gras anzünden und die Frau beräuchern. Das wird ihr helfen. Das wird ihr helfen, oder – oder …«
Er machte eine Handbewegung. Starr blickte er vor sich hin und fuhr dann fort:
»Ich bin alt. Ich weiß nicht, ob ich zurückkomme, oder ob mich die Toten dort behalten. Zeit ist es längst. Es gibt auch Leute, die mir das Leben nicht mehr vergönnen. Wenn eines mit mir auf den Kirchhof gehen will, so soll er es sagen. Er darf aber auf dem Wege kein Wort sprechen.«