»Nein, Hanka, nein! Der Branntwein ist bloß dazu, daß ich es leichter herauskriege, was ich zu sagen habe. Ich versitz' dahier sonst bloß unnütz meine Zeit.«

Hanka schloß einen Wandschrank auf, goß ein Glas Branntwein ein, nippte der Sitte gemäß erst selbst davon und stellte es dann vor den Alten.

»Ich sehe dich, Hanka«, sagte der und trank ihr zu.

»Nun komm aber auf das, was du vorhast«, sagte das Mädchen.

»Jawohl, jawohl! Es ist gar nicht so einfach, wie du wohl bemerkt hast.«

Er zündete sich erst seine Pfeife wieder an und spuckte hinter den Ofen.

»Also, Hanka, du kennst die Geschichte vom Elieser. Er war nur ein Knecht und hatte doch ein wichtiges Amt: er sollte für den Sohn seines Herrn die Braut werben. Als ich noch jung war, bin ich auch oft Brautwerber gewesen. Du kennst das ja. Im Oberlande heißt man's družba, im Niederlande pobratz (Brautwerber). Na, du kannst glauben, Hanka, es ist nicht so einfach, wenn man für einen anderen auf die Brautschau geht. Man kann nicht mit der Tür ins Haus fallen. Man muß erst über alles mögliche andere schwatzen, und dann muß man politisch und fein und sachte hintenrum mit seiner Absicht rausrücken. Und man geht immer so um die Abenddämmerung. Da fällt's nicht so auf, wenn man rausgeschmissen wird.«

Hanka stand auf. Ganz erregt sagte sie:

»Ich frag' dich jetzt, Kito, was soll das ganze Gerede bedeuten?«

»Immer sachte, Jungfer, immer sachte, man kann doch nichts überstürzen. Neunmal bin ich Freiwerber und Zurater gewesen in meinem Leben; siebenmal haben sie mich rausgeschmissen, aber zweimal ist was aus der Sache geworden. Nun, man hat seine Erfahrungen!«