»Kito, jetzt sprichst du endlich oder ich gehe hinaus!«

Da stand Kito erschrocken auf, und sein Gesicht wurde plötzlich sehr ernst, und er faltete die Hände auf dem Tische. Er stockte noch eine Minute lang, dann sagte er mit bewegter Stimme:

»Wie der Elieser um die Rebekka geworben hat, so werbe ich in Gottes Namen um dich, Jungfrau Hanka, für unseren Gutssohn Samo.«

Hanka saß regungslos hinter dem Tisch. Sie schluckte ein paarmal, und ihr Gesicht war bleich.

»Bist du – bist du toll?« fragte sie stockend.

»Es ist heiliger Gottesernst, Hanka«, entgegnete der Knecht.

Er setzte sich die Brille auf, zog einen Brief aus der Tasche und las mit feierlicher Stimme:

Breslau, am 20. November 1860.

Mein lieber alter Freund Kito!

Nach dem alten, schönen Brauche unseres lieben sorbischen Volkes bitte ich dich, daß du der Freiwerber für mich bist bei unserer ehrbaren Jungfrau Hanka. Wir sind von derselben Abstammung und gehören zueinander, nachdem mein Bruder Juro ein Deutscher geworden ist und auch ein deutsches Mädchen heiraten wird. Aber ich wähle auch die Hanka, weil ich sie von Herzen lieb habe, weil sie ein braves sorbisches Mädchen ist. Du sollst erst mit meinem Vater sprechen und dann für mich werben. Ich werde dir stets dankbar sein. Gott möge dir helfen!