»Das ist nicht wahr!«
»Sprichst du so mit deinem Vater?«
»Ja, auch mit dir! Es ist nicht wahr, es ist beim allwissenden Gott nicht wahr, daß ich mich von meiner Heimat losgesagt habe.«
»Du willst von den Wenden nichts wissen, Juro; ich habe es selbst gehört!«
»Ja, ja, ich will von ihnen wissen; ich will ihnen ja mein ganzes Leben, meine ganze Arbeit, meine ganze Fürsorge weihen, ich will ja nichts anderes erstreben, als ihnen zu helfen, sie geistig zu heben, ihre Lage zu verbessern, sie vorwärtszubringen in der Welt.«
»Dadurch, daß du sie deutsch machst«, sagte der Vater finster.
»Jawohl, dadurch! Vater, ich beschwöre dich, ich bitte dich, sieh es doch ein, gib es doch zu, daß das das Beste, das Richtige ist! Unsere geringe Anzahl, kaum hundertfünfzigtausend Seelen, sie kann sich doch nicht halten, sie kann doch ihr Volkstum nicht behaupten in unserer jetzigen Zeit; wir können doch mit dem Festhalten an alten, längst überlebten Bräuchen, mit dem Verharren in albernem Aberglauben …«
»Schweig!« schrie ihn der Vater an; »hier steht der Kral der Wenden, die du beschimpfst.«
Juro fuhr sich ein paarmal über die Stirn. Dann sagte er erschöpft: