»Warum zogst du mit auf die Wache?« fragte der alte Knecht.
»Was soll ich machen – wenn sie's doch verlangten? Sie sind doch alle meine Kunden, von denen ich leben muß. Und eine Nacht kommt jeder daran.«
»Ja, solange noch der Juro drüben sitzt beim Withold, muß hier gewacht werden.«
»Er ist ein gottloser, schrecklicher Mensch! Wenn er es nun wirklich tut? Der alte Kral wird aus seinem Grabe aufstehen und ihn mit seinem Schlangenschwert erstechen. Der alte Kral hat hier die silberne Krone selbst vergraben vor der Wendenschlacht.«
»Ja,« sagte Kito traurig, »und nur eine Jungfrau mit silberner Schaufel soll sie heben, und dann wird das Wendenvolk stark sein.«
Er schüttelte schmerzlich den weißen Kopf.
»Er war so ein guter Junge, immer aufrichtig, nie hat er gelogen, auch immer freundlich, gut zu Mensch und Tier. Und nun – und nun …«
Er preßte eine Hand über die Augen. Kito hatte viel Kummer auf seine alten Tage. Die gute Frau tot, der Herr blaß und schweigsam, Hanka gar nicht die fröhliche, glückliche Frau, wie er es gedacht und gewünscht hatte, selbst Samo ein wunderlicher Mann. Er lief so viel in den Städten und auf den Dörfern herum, saß so viel bei den Männern in der Schenke, war schon vierzehn Tage nach seiner Hochzeit wieder nach Prag gefahren. Was wollte er immer in Prag?
»Bis morgen früh bin ich tot vor Angst«, begann der Schneider wieder. »Horch – horch – hörst du's rascheln?«
»Ich höre nichts.«