Samo sah zum Wagenfenster hinaus.

»Die verfluchte Krone!« sagte er leise und ingrimmig.

»Was – was sagst du, Samo?« fragte Hanka erschrocken.

»Ja, Weib, ahnst du denn, was ich ausgestanden habe? Kannst du nur ein wenig einsehen, was das heißt, zwei ganze Jahre mit einem Ermordeten zu ringen, was das heißt, verbannt, geächtet, verfolgt zu sein, ein Mordbube zu sein, dem jeder Straßenpassant gefährlich und verdächtig erscheint, was das heißt, wenn einem so das ganze Leben und alle Hoffnung zusammenbricht?«

»Der junge Withold ist nicht tot«, sagte Hanka.

»Aber ich habe es geglaubt; ich habe darum nicht an euch geschrieben, hab' mich verkrochen in die elendesten Spelunken Prags unter falschem Namen, als Vagabund zu den Vagabunden, bis ich es nicht mehr aushielt, bis ich euch doch eine Nachricht gab.«

»Jetzt wird es besser werden, Samo, lieber Samo!«

»Besser – vielleicht! Es kann aber nicht mehr gut werden. Der Schatten freilich wird mich jetzt in Ruhe lassen; aber die Heimat ist verloren, die Ehre ist verloren, das Leben ist zerbrochen.«

Er preßte die Fäuste vor die Augen. Sie schlang den Arm um seinen Hals.

»Samo, ich hab' dich lieb!«