»Ja, ja, Hanka, so weit kann es kommen. Selbst den Namen muß man sich schließlich erschachern oder stehlen. Ich habe einem verbummelten Kerl seine Papiere abgekauft. Um fünfzig Kreuzer! Die fünfzig Kreuzer hat er noch vertrunken, und am anderen Tage ist er am Delirium in einem Spital gestorben, ohne noch einmal zur Besinnung zu kommen.«

»O Gott, o barmherziger Gott!«

»Ja, Hanka, ich will dir von vornherein sagen, in was für eine Welt du kommst. Ich sagte dir schon, du wirst es nicht ertragen. Ich – ich habe mich schon daran gewöhnt. Ich passe schon hierher!«

»Samo!«

»Ich heiße Wenzel! Vergiß das nicht! Samo ist tot – der neue Wenzel Halek ist ein Lump – er sauft ebenso wie der alte Wenzel Halek.«

»Samo, Samo, was – was redest du –«

»Ich will dich nicht belügen. Ich bin ein Süffling geworden. Es gab Zeiten, wo ich durchschnittlich in der Woche siebenmal betrunken war. Das wird so, wenn man mit – mit Schatten kämpft und wenn man alles, was einem lieb war, verloren hat.«

Er stieß es rauh, brutal, unbarmherzig heraus. Hanka sank mit dem Kopf auf den Tisch.

Da öffnete sich die Tür, ohne daß angeklopft worden war. Eine dicke, alte Tschechin trat ein. Sie besah sich mit frecher Neugier Hanka.

»Also – das ist die Frau Halek? Das ist das neue Frauchen? Ein schmuckes Frauchen! – Nu, Herzchen, wie gefällt es Ihnen hier? Ja, mein Fräulein, das Zimmer ist nicht groß, aber es ist gemütlich!«