In der Nähe der Tür saß ein Slowak. Er war aus dem fernen ungarischen Karpathenwald vor Jahr und Tag ausgewandert und hatte Weib und Kind daheim gelassen. Mit Mausefallen hatte er gehandelt, sich durch Drahtbinden seine Kreuzer sauer verdient. Er hatte fast allen Verdienst erspart, nur von übriggebliebenem Essen anderer gelebt und war nun, da er sechzig Gulden im Beutel hatte, ein wohlhabender Mann, der in seine arme Heimat zurückkehren und sich dort ein Häuschen kaufen wollte.

Nun war er müde an der Tür eingeschlafen. Er saß auf bloßer Erde; die anderen ließen ihn nicht bei sich sitzen, denn er trug sein fettgetränktes Hemd schon ein ganzes Jahr. Aber als die Zigeunerin herumging, stand einer der Gäste auf, trat an den Slowaken heran und rüttelte ihn.

»He, Slowak, wach auf, laß dir eine Grafschaft prophezeien.«

Einige lachten. Der müde Slowak brummte etwas und schlief weiter.

Da kam ein »Kastelmann« in die Stube, ein Händler mit Kämmen, Knöpfen, Spiegeln, Tabakspfeifen und anderem Kleinkram. Er machte geringe Geschäfte. Während er noch schacherte, erwachte der Slowak und fing plötzlich laut an zu schreien.

Sein Geldbeutel mit den sechzig Gulden, an denen er fast zwei Jahre fern der Heimat gespart hatte, war verschwunden. Der arme Mann schrie, jammerte, warf sich auf die Erde, schlug verzweiflungsvoll mit Armen und Beinen.

»Der Cikán! Der Cikán!« schrie einer.

Der Zigeuner und die Zigeunerin waren verschwunden.

»Nein, nicht der Cikán!« rief Samo, »sondern dieser da, der vorhin den Slowaken gerüttelt hat. Heraus mit dem Geld!«

Der Angegriffene tobte und fluchte und ging auf Samo los. Samo aber rief in das Lokal hinein: