»Gib du mir meine Krone wieder, wenn du kannst!«

»Sieh es ein, Samo, ich habe es gut mit dir gemeint. Denke an die schöne, feierliche Nacht, da du zuerst bei mir warst.«

»Ich verfluche diese Nacht; sie war der Anfang zu meinem Verderben.«

»Es mußte doch so sein, wenn das Slawentum bei euch gerettet werden sollte – sieh es doch ein!«

»Nein, es mußte nicht so sein!«

»Ich habe es dir anders geraten …«

»Ich weiß, was du mir geraten hast. Selbst sollte ich die Krone ausgraben oder von dieser Frau dort, die damals noch ein Mädchen war, mit einer versilberten Schaufel ausgraben lassen und die Krone nach meiner Heimatkirche übertragen. – Ich konnte es nicht; ich brachte diese elende Komödie nicht fertig …«

»Völker sind oft durch Komödien geleitet worden, Samo, tausendmal sind Völker durch ein Spiel, das ihre Phantasie ergötzte, zum Glück und zur Größe geführt worden. Wer das nicht wagt, was kleine Leute Betrug nennen, kann nicht der Führer eines Volkes sein; denn die Völker wollen und müssen von Zeit zu Zeit betrogen werden. Es gibt keinen Staat der Welt, wo so etwas nicht bewußt geschehen wäre.«

»Das ist deine Sophistik!«