Hallojoho! Der Nachtjäger ist da! – –

Da tritt ein Mann aus dem Wald. Er trägt einen Pilgermantel und einen Stecken als Stab.

»Hallojoho! Ich reite dich zu Blut und Knochenbrei, und meine Hunde fressen dir Auge und Herz!«

Der Fremdling aber hebt seinen Stab und steht plötzlich in großer Stille, steht in silbernem Mondenlicht und lächelt. Da bäumt das Roß des Nachtjägers hoch auf, da dreht sich der Kopf des wilden Reiters in wüstem Wirbel, da heulen die Hunde wie unter grausamer Peitsche, da wendet sich der böse Troß zu jäher Flucht.

Die Wolken zerreißen, Mondenschein und Sonnenlicht fällt auf die Wiese, der Wald richtet sich auf, und der Wanderer geht auf ein kleines Haus zu, in dem ein Licht brennt.


Am knorrigen Ast des Apfelbaumes vor dem Hause hing ein alter Mann. Die Glieder zuckten noch im Todeskampf. Der Fremdling knüpfte den Gehenkten los, stellte ihn auf die Füße, stützte ihn mit jugendstarkem Arm und fragte nach einer Weile:

»Warum wolltest du sterben?«

Der Greis keuchte etwas von Not und Elend, von Krankheit unter dem Vieh, vom harten Winter und harten Hunger.

»Der Nachtjäger hat dich betört! Komm ins Haus!«