»Nein, Gero ist krank geworden am Gemüt. Wäre ich wie er gewesen, ich hätte in Mannentreue die Wenden erschlagen und es nie bereut.«
Da schrie der Kral auf, da stürzte er zum schwarzen Gott; da griff Zarny Bog unter seinen Steinsitz und zog eine Schlange hervor, die sich in ein Schwert verwandelte, und gab das Schlangenschwert dem Kral.
Der stieß es dem Jüngling ins Herz.
»Hier steht der Kral der Wenden!« –
Das junge Herzblut rann, die blauen Augen verblühten, und eine Knabenstimme sprach:
»Ich bin Geros einziger Sohn.« –
Der gute Gott schlug seine weißen Hände vors Angesicht, der Zarny Bog aber wuchs wie eine schwarze Wolke zum Himmel, und der Kral lachte ein schmerzliches wildes Gelächter.
Die goldenen Ringe rollten die zwei Bergseiten hinab und sanken ins tiefste Wasser.
Gero, der Stadt und Kloster Gernrode gebaut hatte und mit müdem, krankem Sinn daselbst alter Blutschuld nachhing, erfuhr von dem grausamen Tod seines Sohnes.
Oft zertritt die Göttin des Leids mit schwerem Tritt das Gewürm nagender Zweifel.