Da trat der Kral drei Schritt weiter auf den schwarzen Gott zu.
»Was faselt der Knirps? Ein Deutscher hätte dreißig Wenden erschlagen? Drückt ihn der Plon?[4] Was willst du hier, Knabe?«
»Ich bin kein Knabe; ich bin fünfzehn Jahre alt. Aber Gero ist alt geworden. Alle Nächte kämpfen die dreißig Wenden mit ihm. Er ist in sieben frommen Klöstern gewesen, er ist nach Rom gewallfahrtet und findet doch keine Ruhe. Darum suche ich den Kral.«
»Was willst du vom Kral?«
»Ich will, daß er meinem Vater das gibt, wonach er alle Nächte seufzet: die Versöhnung mit den Wenden.«
Als die Menschen so redeten, schwiegen die Götter. Nun aber erhob sich Bely Bog, der gute Gott, und er streckte seine weißen Hände aus, die eine über Wendenland, die andere dem Lande der Deutschen zu, und hob dann die Hände über sein Haupt und wob aus Sonnenschein zwei goldene Ringe der Eintracht. Die hielt er wortlos den beiden hin.
Zwei zögernde Schritte ging der Kral auf den guten Gott zu. Aber auch der deutsche Jüngling nahm nur zögernd den Ring.
Und er sagte dabei:
»Es ist um Geros Ruhe willen!«
»Um Geros Ruhe willen, sagst du? Verabscheust du selbst die Tat nicht?« fragte der Kral.