Es kam zu der großen Schlacht der Wenden gegen die Räuber. Das Blut floß derart in Strömen, daß es eine Wassermühle in Bewegung setzte, die die Blutmühle heißt bis auf den heutigen Tag. Und die Heide färbte sich rot und bleibt rot für alle Ewigkeit. Die Verwundeten selbst kämpften, auf ihre Schilde gestützt. Die Wenden siegten; alle Räuber wurden getötet. Der Kral selbst erschlug ihrer hundertundeinen.


Zuletzt aber sprengte der Nachtjäger gegen den Kral an, wie er es schon einmal vor vielen Jahren getan, als der junge König nur den Fliederstecken trug.

Auch jetzt hob der Kral den Arm gegen den wilden Jäger. Aber das Schwert, das er aufhob, triefte von Blut, und der Nachtjäger floh nicht wie damals, sondern schrie höhnisch:

»Wiegenliedsänger! Kinderfresser! Sieh, was ich habe!« Er hatte das Schlangenschwert, mit dem der Kral ehemals seine Untaten vollführt und das er nach seiner Bekehrung in einen Sumpf geworfen hatte.

Dieses Schlangenschwert stieß der Nachtjäger dem Kral ins Herz. – –

Eine weiße Wolke stieg von dem Leichnam des Kral zum Himmel. Diese weiße Wolke wandert immerzu über das Wendenland. Auch an ganz sonnenhellen Tagen ist sie tief im Blauen am Himmel zu sehen.


Die Königin Rinetta aber hatte am Tage der Wendenschlacht ein weißes Roß bestiegen und war über die Heide gejagt, um dem geliebten Gemahl beizustehen, wenn er in Not sei. Als sie an die Spree kam, traten ihr drei wendische Männer entgegen, klagten und riefen: »Unser Kral ist tot!« Da sprang das Roß der Königin in die Spree und versank mit ihr. Nichts war mehr von beiden zu sehen. Nur ein weißer Fisch schwamm im Wasser.