Und der weiße Fisch sah aus dem Wasser, und die weiße Wolke hielt still am Himmel, wenn der junge Königssohn am Uferrande spielte.


Es geschah aber, daß die Deutschen, als sie hörten, der Kral sei gefallen und sein Schloß sei versunken, in das Land kamen und es unter ihre Herrschaft brachten. Die Wenden waren zu schwach, um ihnen zu widerstehen. Die Deutschen forschten nach dem Königskinde, aber niemand hat es verraten, obwohl alle Leute im Wendenlande es kannten.


Und der Sohn des Kral wurde ein Bauer. Er hatte sechs Söhne, und dem ältesten von ihnen zeigte er den Ort, wo die silberne Krone begraben lag, und sprach:

»Bewahre das Geheimnis, und vererbe es auf den ältesten Sohn! Wenn die Zeit erfüllt ist, wird die weiße Wolke in den Himmel verschwinden, wird der weiße Fisch ins Meer schwimmen bis dorthin, wo das Meer in den Himmel fließt, und eine reine Jungfrau wird kommen und mit einer silbernen Schaufel die Krone ausgraben. Der, der dann Kral sein wird, wird die Krone tragen und unser Volk zum ersten der Erde machen. Wenn ich tot bin, bist du der Kral. Und wenn du tot bist, wird dein ältester Sohn der Kral. So soll es sein und bleiben durch alle Zeit.«


Der Nachtjäger aber wagt sich nur noch in den sieben bösen Nächten, die zwischen Weihnachten und Neujahr sind, ins Wendenland. Dann ist die weiße Wolke hinter undurchdringlichen Nebeln verborgen, der weiße Fisch wohnt in einem festen Haus von Eis, und die silberne Krone liegt tief unter dem Schnee im Walde.