Und zwischen ihrem Beten lenkte die Kranke das Ohr lauschend nach dem Hoftor, ob die Söhne nicht kämen.
»Ich muß mit Juro reden wegen Hanka und vom Kral.«
Dann kam das Fieber wieder, und sie sprach von ihrer Brauthaube, von der Heyka des Urvaters und von Morkusky, dem bösen Zauberer.
Es war schon tief in der Nacht, als ein Wagen in den Hof fuhr. Das Hoftor war seit dem Morgen weit geöffnet geblieben.
Die Dienstboten huschten aus dem Gesindehaus; der alte Scholta erschien in der Haustür.
Juro und Samo, mit Staub bedeckt, entstiegen dem Wagen. Sie waren die ganze Nacht gewandert, den ganzen Tag gefahren.
Der Scholta ging seinen Söhnen entgegen.
»Ihr kommt noch zur rechten Zeit. Morgen früh wäre es zu spät gewesen.«
Da schmiegten sich die Söhne an den Vater, und er schlang die Arme um sie, und es war ein Bild einträchtiger Liebe zu der einen.
Leise gingen sie dann nach der Krankenstube, und die jungen Männer knieten nieder am Bett der kranken Frau, die bewußtlos war. Sie weinten, wie heimkehrende Söhne weinen, wenn sie die Mutter im Sterben finden.