»Du bist grob!« sagte sie und wandte sich ab.

»Hanka!« rief er zornig, »du wirst das Säen sein lassen! Begreifst du denn nicht, was du damit ausdrückst? Daß das Wasser, mit dem meine Mutter gewaschen wurde, kleinen unschuldigen Tieren – einen – einen Ekel einflößen soll? Ich verbiete es dir!«

»Du hast mir nichts zu verbieten! Jemand anders hat mir befohlen, den Samen zu säen!«

»Wer? – Wer ist so töricht? – Ich will ihn zur Rechenschaft ziehen …«

Bei dieser Frage erbleichte sie und rannte, so schnell sie konnte, den Feldrain entlang.

Zornig schritt Juro weiter, dem väterlichen Gehöft zu. Er begegnete seinem Bruder Samo. Der wartete ab, bis ihn der Bruder grüßte, und gab eine mürrische Antwort.

»Samo, siehst du das Mädchen dort drüben – die Hanka? Sie sät aus dem Topf, aus dem die Mutter gewaschen worden ist, ›Totensamen‹ auf die Felder! Wer hat ihr diesen greulichen Unsinn befohlen? Ich will ihn zur Rechenschaft ziehen! Wer hat es angeordnet?«

»Die Mutter selbst!« antwortete Samo kurz und hart.

Juro wich einen Schritt zurück. Samo betrachtete ihn mit einem schadenfrohen Zucken im Blick.

»Juro, du würdest besser tun, dich nicht in diese Dinge zu mischen, die Leute bei ihren alten Gebräuchen zu lassen. Sie ehren unsere Toten weit besser als zum Beispiel dein deutscher Freund heute mit seinem albernen studentischen Geschwätz!«