Er ließ den Bruder stehen. Wie ein Geschlagener ging Juro den Weg entlang. Ein Schwarm Schwalben flog hoch in der Luft immer im Kreis herum. Die Vögel dachten ans Abschiednehmen.
Im Großgarten lehnte der Vater regungslos an einem Apfelbaum und starrte in die sinkende Abendsonne.
Das Glöcklein vom Kirchturm begann zu läuten.
Dort in der Stube mit dem verhangenen Fenster schlief die Mutter den letzten Abend auf dieser Erde.
»Pusty wjecor«, sagen die Wenden.
»Der öde Abend!«
Der letzte Trauergast war an den schwarzen, weißgeränderten Sarg getreten, in dem die tote Frau in ihrer Brauttracht lag, hatte sein stilles Vaterunser gebetet, den Anverwandten sein Beileid ausgesprochen und war dann nach der großen Gesindestube gegangen, wo Kaffee und Kuchen, Käse und Branntwein zu haben waren.
Endlich war es Zeit zum Aufbruch. Vater und Söhne nahmen bewegten Abschied, und die Tote wurde im offenen Sarg aus der Stube getragen, mit den Füßen voran, damit sie nicht »zurückschauen könne«. Der Spiegel wurde enthüllt, das Fenster geöffnet, die Stühle, auf denen der Sarg gestanden hatte, wurden umgestürzt.