Samo zuckte die Achseln.
»Wer dieses Volk angreift, hat immer recht. Die ›Nàrodni listi‹ in Prag sollten Sie sich zum Muster nehmen. Das Blatt nennt das Ziel, stellt die Aufgabe klar, wenn es schreibt: ›Wir werden immer auf seiten jenes Volkes stehen, das gegen die Deutschen den Krieg unternimmt, weil der Feind unseres Feindes stets unser Freund ist.‹ Sehen Sie, Pàn Schmaler, das ist stark und zielbewußt! Für Ihre ›Sorbske Nowiny‹ aber werde ich nichts schreiben können, weil ich fürchte, dies Blatt ist zu deutschfreundlich.«
Das mußte sich der alte Wendenführer von dem jungen Manne sagen lassen. Als er gen Bautzen nach Hause fuhr, mußte er sich eingestehen, daß er sich mit keinem der beiden Söhne des Kral verstanden hatte, mußte er sich sagen, es sei doch eine mißliche Sache, in Prag und Moskau als Vertrauensmann zu gelten und daheim dem König von Preußen ein Wendenbuch zu widmen.
An dem Begräbnis hatten auch Hankas Eltern, wohlhabende Bauersleute aus dem Sächsischen, teilgenommen. Am Abend noch sprach der Scholta zu ihnen: »Herr Vetter und Frau Muhme, ich hätte euch eine herzliche Bitte auszusprechen. Meine Frau hat sich eure Tochter Hanka auf ein paar Wochen zum Besuch ausgebeten. Es war unser beiderseitiger Wille, daß die Jungfer und mein Sohn Juro sich wiedersehen sollten, damit, wenn Gott es will, ein Paar aus ihnen werde. Nun ist mir die Frau gestorben …!«
Er hielt nach dieser langen Rede müde inne und machte eine Handbewegung, die bedeuten sollte: alles andere könnt ihr euch wohl selbst denken. Die Mutter Hankas verstand ihn auch.
»Der Herr Vetter meint, weil das Hauswesen jetzt ohne Frau ist, so sollten wir in Gottes Namen die Hanka auf längere Zeit hierlassen, daß er nicht ganz allein ist, wenn die Herren Söhne wieder fortziehen, und daß eine weibliche Aufsicht wäre.«
Hanzo nickte der Frau dankbar zu. Er freute sich, daß sie ihm das weitere Sprechen und Bitten ersparte.
Die Frau aber schwieg jetzt, und auch ihr Mann schwieg. Sie brauchten sich ihre Gedanken nicht mitzuteilen. Sie dachten alle drei dasselbe: daß Hanka an einem Unglückstage in dies Dorf eingezogen, daß ihr unterwegs die Smjertniza begegnet war. Der alte Scholta suchte endlich die Bedenken zu zerstreuen, indem er sprach:
»Bog te swoje žiwńe gromadu zwežo!«[16]