Nun hustete der Förster, stützte sich auf seine Büchse und sprach:

»Jetzt werde ich eine Leichenrede halten!«

»Liebes Eichhörnchen, du warst also sozusagen das allerschönste und allernützlichste Tier. Wenn ein Vogelnest auf der Eiche war, dann bist du gleich fix angeturnt gekommen. Da hast du mit deinen niedlichen Pfoten die Eierchen genommen und hast sie ausgesoffen. Und dann, liebes Eichhörnchen, wenn kleine Vögelchen im Neste waren, dann hast du sie mit deinen schönen, weißen Nagezähnen zerbissen und gefressen. Wenn ein Baum im Frühjahr frische Sprossen trieb, hast du sie hübsch zierlich abgenagt, du liebes Eichhörnchen, du! Und darum ist ein ›Wilddieb‹ gekommen und hat dich tot geschossen, du Rabenvieh, du Kanaille! Und der Wilddieb war ich selbst, und ich habe das alles gemacht, um mal zwei Schafsköpfen eine Lehre zu geben. Amen.«

Damit machte er Kehrt und stapfte davon.

Heinrich und ich standen mit offenen Mäulern da. Ich fand zuerst die Sprache wieder und sagte: »Das ist eine Gemeinheit.« Heinrich aber meinte: »Er hat was von zwei Schafsköpfen gesagt!«

»Damit sind wir gemeint,« sagte ich zornig. »Und er hat das Eichhörnchen selbst erschossen.«

Heinrichs Stirn zog sich in Falten.

»Wenn ich mal unser Gut erbe,« sagte er, »setze ich ihn ab.«

»Das tue aber bestimmt,« rief ich, »er hat es verdient!«

Von fernher scholl das fröhliche Lachen des Försters.