»I der Dauz,« rief der Fremdling erstaunt, »junge Männer seid ihr! Wer hätte das gedacht! Aber sagt mir, warum weinet ihr?«
»Weil es uns so schlecht geht,« heulte der Schneider.
»Schlecht geht? Wieso? Wie kann es einem jungen Mann schlecht gehen? Sehet mich an! Ich bin ein Räuber. Mir geht es gut. Werdet auch Räuber, und es wird auch euch gut gehen!«
»Wir sind ja Räuber!« sagte der Hutmacher kleinlaut.
Da lachte der Fremde so laut, daß sich das Roß aufbäumte und dem Schneider einen Tritt auf die Schulter gab.
»Ach, ihr seid Räuber? O, welch ein Spaß! Welch eine Überraschung! Warum aber habt ihr euch alsdann den reichen Rittersmann entgehen lassen, der vor einer Stunde hier vorbeizog? Seht mich an; ich bin ein einzelner Mann und habe dem Ritter alles abgenommen, was er besaß.«
Der Schneider log, sie hätten den Ritter leider nicht gesehen; sonst hätten sie ihn schon ordentlich ausgeraubt, denn sie seien tapfere Leute, und von alten Weibern sei keine Rede.
»Nun,« sagte der Fremde, »wenn ihr meine Kollegen seid, so sollt ihr wenigstens mit mir frühstücken.«
Er packte nun die Wurst und den Speck aus, den der Ritter vordem den dreien abgenommen hatte, und lud zum Mahle ein. Der Fremde aß aber fast alles selbst, und dem Schneider, dem Schuster und dem Hutmacher blieb nicht viel mehr als von der Wurst die Haut und von dem Speck die Schwarte. Die lagen ihnen schwer im Magen.