Während des Frühstücks erzählte der Fremde, er heiße Wolfsklaue und habe in den italienischen Abruzzen, im ungarischen Bakonywald und im Böhmerwald seine Studien gemacht. Neulich habe er sein Meisterstück gemacht, und nun wolle er hier im Riesengebirge das Räubergewerbe auf eigene Faust betreiben. Wenn es den dreien recht sei, sollten sie in seine Dienste treten; er nehme nicht mehr als die Hälfte der Beute für sich; die andere Hälfte solle den dreien überlassen sein.
Da schlugen sie ein und wurden fröhlich.
»Kameraden,« sagte nun Wolfsklaue, »wenn wir rechte Räuber sein wollen, genügt es nicht, daß wir hier am Kreuzweg sitzen und heulen oder Wurst und Speck essen, sondern wir müssen auf Taten ausgehen.«
O, da stimmten die drei anderen bei. Jahrelang, sagten sie, sehnten sie sich schon danach, mal etwas Ordentliches zu tun zu bekommen. Taten! Das sei so etwas für sie!
»Gut,« sagte Wolfsklaue, »hört mich also an. Weit im Gebirge drin wohnt ein Müller, der ist so steinreich, daß er sich alle Tage mit Seife wäscht und seine Kühe mit Apfelsinen füttert. Den wollen wir ausrauben.«
»Den wollen wir!« stimmten die drei freudig bei.
»Ja, aber die Sache ist nicht so leicht. Der Müller ist ein starker Kerl und hat vier Knechte; auch sind er und seine Leute wohlbewaffnet mit Dolchen, Pistolen und Totschlägern. Überdies hat er zwei Bluthunde.«
»Muß es nun grade der Müller sein?« fragte der Schneider.
»Jawohl. Denkt doch an sein vieles Geld. Die Sache bedarf nur der nötigen Schlauheit. Hört mich an! Ich stecke euch in Getreidesäcke und verkaufe euch dem Müller als Korn und Gerste. Er schafft euch in seine Mühle. In der Nacht schlüpft ihr aus den Säcken heraus, öffnet mir die Tür, und alles andere laßt ihr mich besorgen. Ich habe nicht umsonst in Böhmen mein Meisterstück gemacht.«