Auf diesen Plan gingen die drei ein, und am nächsten Morgen schon standen der Schuster, der Schneider und der Hutmacher als Säcke auf dem Getreidemarkt in Hirschberg.
Es war ein warmer Tag und viel Volk beisammen. Damit nun die Säcke nicht um die Gestalten schlotterten, waren sie mit Heu ausgestopft.
»Ich schwitz mich tot,« sagte der Hutmacher in seinem Sack.
»Mensch, halt dein Maul,« knirschte Wolfsklaue, »oder du verrätst uns. Schwitze im stillen!«
Nun kam ein Hund gegangen, schnubberte an dem Sacke, in dem der Schneider steckte, und fing ein wütendes Gebell an. Der Schneider erbebte; er erkannte den Hund an der Stimme; oft genug hatte er dem Köter früher einen Fußtritt gegeben. Jetzt mußte er es sich gefallen lassen, daß der Hund sich wie rasend in den Sack verbiß und ihn umriß. Alles Volk lachte.
Eine Stunde später kam der Ratspolizist. Er hatte im Auftrage der hohen Obrigkeit einzelne Säcke zu öffnen und zu prüfen, ob sie auch gutes, gesundes Korn enthielten.
»Wir sind verloren,« dachte der Schuster, als der Polizist gerade den Sack öffnete, in dem er steckte.
Zum Glück war der Polizist sehr kurzsichtig. Als er nun die Nase tief in den Sack steckte und des Schusters strohgelben Schädel sah, sagte er befriedigt:
»Ich habe lange kein Korn von so schöner goldener Farbe gesehen.«