Und er band den Sack wieder zu. Der reiche Müller, der in der Nähe stand, hatte das lobende Urteil gehört, und da die Säcke groß und prall waren, kaufte er sie um einen guten Preis und ließ sie auf seinen Wagen laden.

»Das war Zeit,« seufzte der Schneider; »ich habe schon das Zittern in den Beinen!«

»Ich schwitz mich tot!« stöhnte der Hutmacher.

»Ich schwitze so,« sagte der Schuster, »daß der Schweiß sicher schon durch den Sack dringt. Es ist wenigstens gut, daß wir jetzt liegen!«

Nun kam der Müller, befühlte die Säcke und sagte: »Oho, sie sind ja feucht! Wenn ich nur kein dämpfiges Korn gekauft habe. Es scheint bei der Ernte nicht ordentlich ausgetrocknet zu sein. Peter, lade das andere Korn auf und laß uns heimfahren!«

Der Knecht lud nun noch etwa zehn Säcke auf und warf sie mit Wucht auf die drei Räuber, welche angstvoll ihr letztes Stündlein gekommen glaubten. Sie seufzten, stöhnten, ja schrieen zuweilen, und es war nur gut, daß der Wagen, der sich in Bewegung gesetzt hatte, so laut knarrte, daß von den Angstrufen nichts zu hören war.

Der Weg von Hirschberg bis zur Mühle betrug sechs Stunden. Es war eine so schreckliche Fahrt, daß der Schuster bei sich meinte, fast sei es weniger arg, ein Paar Stiefel zu machen, als ein solch heißes und drückendes Abenteuer zu erleben. Und die beiden anderen hatten ähnlich düstere Gedanken.

Endlich ging auch dieser Schmerzensweg zu Ende. Der Wagen hielt; die Säcke wurden abgeladen. Steif standen die drei Räuber, ohne sich zu rühren. So zerschlagen und zerschwitzt sie sich fühlten, freuten sie sich doch, daß bis jetzt alles glatt abgelaufen war, und hofften auf gute Beute und auf die Zufriedenheit ihres Herrn und Meisters Wolfsklaue.

Ach, es kam anders.