Als Roß und Hund bei Wolfsklaue ankamen, legten sie ihre Bürde vor ihm nieder. Da wickelte sich aus dem zappelnden Bündel erst eine Königskrone heraus, aus der unten nur die Stumpfnase und der Ziegenbart des Schneiders hervorschauten; dann kam der ganze Schneider zum Vorschein, und eine meckernde Stimme rief um Gnade.
»Nun also!« rief Wolfsklaue und nahm das Schwert an sich, »so sind wir ja alle wieder beieinander.
O, tut das Scheiden noch so weh,
Ich weiß, daß ich dich wiederseh.«
Er blitzte mit den Augen.
Der Schneider, der Schuster und der Hutmacher warfen sich nun vor Wolfsklaue nieder und baten und wimmerten um Verzeihung.
Wolfsklaue sagte gar nichts. Er band den Schuster an den Halftergurt und den Schneider an den Schweif seines Rosses, legte den königlichen Schmuck wieder an, schwang sich auf das Roß und befahl dem Hutmacher, sich auf den Ziegenbock zu setzen, denn er verdiene eine Auszeichnung.
Dann ritt Wolfsklaue zwei Tage und zwei Nächte lang ohne zu rasten über das ganze Riesengebirge weg und kam mit seinen Gefährten in das Land Böhmen.
Diese Reise war für die drei, die nicht auf dem Pferde saßen, äußerst beschwerlich. Der Schuster mußte so rasch traben, daß ihm oft der Atem ausging, der Hutmacher saß auf dem Ziegenbock wie auf einem schlingernden Schiff, das in schwerem Sturm hin- und herstößt, bald hoch, bald niedrig geht und seinem Passagier sehr übel am Magen mitspielt, und der arme Schneider am Pferdeschwanze verlebte erst recht keine gute Zeit. Das Roß nahm in keinerlei Weise Rücksicht auf ihn. Das Schlimmste aber geschah, wenn sich dem Hengst eine Fliege in die Flanke setzte. Dann hob er den mächtigen Schweif und hieb ihn samt dem Schneider nach der Fliege, daß dem armen Kerl, der so durch die Luft sauste, Hören und Sehen verging.