Wolfsklaue aber pries die Annehmlichkeiten der Reise und die Schönheit des Gebirges und sang fröhliche Wald- und Wanderlieder.
Als sie nun nach Böhmen kamen, wurde endlich Rast gehalten. Die drei armen Hascher fielen wie tot auf das grüne Moos und schliefen drei Tage und drei Nächte lang. Dann weckte sie Wolfsklaue und sagte, plötzlich wieder sehr freundlich:
»Liebe Kameraden, es tut mir leid, euch in eurem kurzen Schlummer stören zu müssen; aber wir müssen nun endlich ausführen, was wir uns vorgenommen haben; wir müssen auf Taten ausgehen.«
»Herr,« meinte der Hutmacher, »ich bitte euch, gebt mir Urlaub. Ich will mein Räuberleben beenden. Ich kann ein wenig singen und Gitarre spielen; da will ich sehen, wie ich mich hierzulande durchschlagen kann.«
»Wäre noch schöner,« rief Wolfsklaue, »in Böhmen betteln und singen zu gehen, ist das Dümmste von der Welt; denn die Hälfte aller Böhmaken sind selbst Bettler oder Musikanten.«
»Ich,« sagte der Schneider, »möchte mich als Bauernknecht vermieten.«
»Und ich,« sagte der Schuster, »will wieder Stiefel machen.«
»Mensch, willst du wieder ein Verbrecher werden?« fuhr ihn Wolfsklaue an. »Willst du, daß die Menschheit erlahmt und lauter Hinker durchs Leben schreiten? Nein, nein, es wäre jammerschade um drei so verwegene Gesellen wie ihr seid. Ihr, die ihr sogar Wolfsklaue besiegt habt!«
Da schlugen die drei die Augen nieder. Wolfsklaue aber machte ihnen mit gedämpfter Stimme Mitteilung von einem großen Plan, durch dessen Ausführung sie alle zu unerhörtem Reichtum gelangen würden, und der außerdem sehr lustig und unterhaltsam sei.
Weiter drin in Böhmen sei ein herrliches Schloß, das berge so große Reichtümer, daß sich der Kaiser aus Wien daselbst fast alles Geld borge, dessen er bedürfe. Und das wolle etwas heißen! Sich zum Herrn dieses Schlosses zu machen, sei nun Wolfsklaues Ziel. Er vermöge das aber nicht allein, sondern bedürfe dazu der Hilfe seiner drei guten, lieben Freunde.