Da versanken die drei in tiefes Nachdenken, bis schließlich einer fragte:
»Und du – was wirst du tun?«
»Ich komme nach euch, wenn ihr den Weg für mich geebnet habt. Alsdann erscheine ich als Prinz von Czernagora. Der Minnesänger muß den Rittern und Edelfrauen sehr viel von den Tugenden und der Schönheit dieses Prinzen vorsingen; der Ritter muß sich nach großen Heldentaten als den geringsten unter den Mannen jenes Prinzen bezeichnen; der Jude muß erzählen, daß der Prinz reich genug ist, ihm alljährlich für viele Millionen Edelsteine abzukaufen, und wenn dann der Prinz einzieht, das heißt, wenn ich komme, werden alle Herzen schon so in Achtung und Liebe für mich entbrannt sein, daß es mir ein leichtes sein wird, mich eines Tages als den Herrn und Gebieter der Burg ausrufen zu lassen.«
»Und was wird dann aus uns?« fragte der Hutmacher.
»Euch drei erhebe ich dann in den Adelstand und statte euch aus mit großen Gütern.«
Einen ganzen Tag und eine ganze Nacht lang mußte Wolfsklaue noch reden, ehe er den dreien ihre vielerlei Bedenken aus dem Kopf geschlagen hatte und sie sich bereit erklärten, die ihnen zugedachten Rollen zu übernehmen.
Dann begann der Unterricht.
Der Schuster lernte reiten und kämpfen; der Hutmacher saß den ganzen Tag im Walde, klimperte auf einer Gitarre und sang zärtliche oder lobpreisende Lieder dazu; der Schneider ging mit einem Hausiererkasten von einem Baum zum anderen und bot ihnen mit artigen Bücklingen und überzeugenden Handbewegungen seine Waren an. Wolfsklaue war der Lehrmeister, gab alles an, überwachte alles, lobte oder tadelte und sorgte für alles, was die drei brauchten.