Der Burgherr erhob sich und sagte:

»Diese drei Schelme haben als Verräter und Betrüger in meine Burg eindringen wollen; sie sind gekommen als die Abgesandten meines Todfeindes, des Prinzen von Czernagora. Was dünkt euch, ihr ehrenwerten Richter, daß mit ihnen geschehen soll?«

»Sie sollen des Todes sterben!« sagten die Richter.

Da schlug der Burgherr mit dem Richtschwert dreimal auf den Tisch und bestätigte das Urteil:

»Sie sollen des Todes sterben!«

Darauf wurden die drei armen Hascher aus der Burg hinausgeführt in die dunkle Nacht. Das Glöcklein läutete, und eine Trommel schlug die dumpfe, einförmige Todesmusik. Bis zum Galgenberge ging es, da ragten drei Richtgerüste gegen den Nachthimmel auf. Die drei Räuber wurden gehängt, und der ganze Troß von der Burg kehrte augenblicklich um.

Nun zappelten die drei armen Hascher. Der kalte Angstschweiß rann von ihren Stirnen, und ihre Züge verzerrten sich. Noch läutete das Glöcklein. Ein Schwarm schwarzer Raben flatterte zu Häupten der Gehängten, und drei Eulen saßen am Boden, die glühten sie an mit unheimlich funkelnden Augen.

Plötzlich brach ein Roß aus dem Gebüsch. Wolfsklaue saß darauf. Er stieß ein höhnisches, teuflisches Gelächter aus, blökte den dreien die Zunge heraus und jagte davon.

Dann kam ein Zug von Männern. Der Müller mit seinen Knechten war es, den die Räuber einmal hatten überfallen wollen. Die Männer lachten verächtlich und zogen vorbei.

Der Polenkönig kam geritten mit siebzehn Kammerdienern und achtundfünfzig Soldaten, und er trug die Krone und den Mantel und hatte die himbeersamtne und bernsteingelbe Hose an.