So saßen die drei armen Hascher gefangen beieinander und waren in großer Betrübnis.
»Wenn ich mir's recht überlege,« sagte der Schneider, »so haben wir eigentlich in unserem Räuberberufe Pech gehabt.«
»Ein Hundeleben ist es,« knirschte der Hutmacher, »und wenn dieser Wolfsklaue nicht ein großer Schelm und Betrüger ist, so will ich mich hängen lassen.«
»Gehängt werden wir so wie so!« meinte der Schuster schwermütig.
Da kratzten sich alle drei am Halse, als ob sie etwas jucke.
Gegen Mitternacht begann ein Glöcklein zu läuten. Bang und schaurig gingen seine Klänge durch die stillen Hallen und Gänge der Burg und drangen bis ins Verließ. Da wußten die drei armen Hascher, daß ihr letztes Stündlein gekommen sei.
»Brüder,« sagte der Hutmacher, »wir müssen Abschied nehmen vom Leben. Wir wollen uns also in Liebe miteinander versöhnen und uns alles verzeihen, was wir einander angetan haben, damit auch Gott uns verzeihe.«
Sie fielen einander um den Hals, und ihre Tränen rannen heiß und schwer.
Da kamen auch schon die Schergen und schleppten sie hinauf in den Burghof. Dort stand unter einer großen Linde der Richtertisch. Ein Totenkopf lag darauf und ein Schwert. Der Burgherr saß auf dem hohen Richterstuhl, und um ihn herum im Halbkreis saßen sieben schwarz vermummte Männer. Der Nachtwind rauschte in dem Gezweig des großen Baumes, und die rotbrennenden Fackeln flackerten und warfen blutige Lichter über den Hof und das graue Gemäuer.