»Trudelchen, weine nicht mehr. Denn wir bleiben dir treu, und in drei Jahren und drei Tagen kommen wir wieder.«
Darauf küßte Reinhard das Mädchen auf den Mund, und dann schieden sie voneinander, und dann ging die Sonne unter.
Reinhard und Jakoble wanderten miteinander in der Abenddämmerung dahin. Oftmals seufzte Reinhard tief und schmerzlich und sprach: »Ach, Jakoble, wenn du nicht da wärst, was sollte ich wohl anfangen?«
Da nickte Jakoble und erwiderte: »Ja, ja, was sollten wir wohl anfangen, wenn ich nicht da wäre!«
Es wurde finster, und die beiden wußten nicht, wohin sie kommen würden. Wenn man aber in der Welt nicht weiß, wohin man kommen wird, kommt man meist in eine Schenke.
So kamen auch die beiden in ein Straßengasthaus, wo es hoch herging. Bauern saßen drin und Fuhrleute, von denen manche so reich waren, daß sie zwei Pferde besaßen.
Was aber die Hauptsache war: in dem Gasthaus war ein Zauberkünstler anwesend. Er trug ein grün- und schwarzkariertes Gewand und auf dem Kopfe einen zinnoberroten Fez. Er stammte aus Hinterindien und hieß Kiutschitsufilutschi. Sein Vater war ein heidnischer Oberpriester und seine Mutter eine malaiische Göttertochter. Das alles hatte Kiutschitsufilutschi selbst gesagt. Als Reinhard und Jakoble eintraten, hörten sie den Zauberkünstler eben sagen:
»Jawoll, meine Herr'n, dat is nich so einfach wie Schnapstrinken. Diese Attraktion habe ick mal 'n Kaiser von Fedschir vorgemacht. Der wollte mir dabehalten und mir an seine Tochter verehelichen, und ick sollte mal da in der Jejend Kaiser werden, aber ick habe gesagt: Nee, Majestät, habe ick gesagt, is nich zu machen! Ick will man lieber wieder rüber nach Europa.«