Als es gegen Abend war und die müde Sonne sich gegen die Waldberge senkte, wanderte der junge Müllerbursch in die Fremde. Die Trudel gab ihm ein Stück das Geleit und weinte, und der Jakoble ging mit und weinte aus Freundschaft auch.

Es war so traurig im Walde. Die Vögel saßen am Wege und sangen: »Lebe wohl! Lebe wohl!« und die Bäume schüttelten die Köpfe, und ein Reh sah mit großen Augen aus dem Gebüsch, als wollte es verwundert fragen: »Ja, wo geht Ihr denn hin?«

Langsam gingen die drei; jeder Schritt wurde ihnen schwer, der Sand knirschte, und die alte Mühle sang im Tal.

Als die drei an den Kreuzweg kamen, mußte geschieden sein. Das Mädchen hatte den beiden Burschen von dem Aberglauben des Vaters erzählt und was er sich für törichte Hoffnungen mache auf einen großen Schatz, der gewiß nicht da sei. Und es schloß mit vielen Tränen:

»Wenn ich nun sterbe, so mag mich der Vater in einen Sarg legen und unter dem Apfelbaum begraben, dann hat er dort in einem Kasten seinen Schatz liegen.«

Bei diesen traurigen und kläglichen Worten fing auch Reinhard heftig an zu weinen. Das Jakoble aber zählte plötzlich mit Eifer die Knöpfe an seinem Anzuge ab und sprach immer dazu: »Mit ihr! Mit ihm! Mit ihr! Mit ihm!« Endlich rief er freudig aus:

»Reinhard, ich muß mit dir in die Fremde ziehen, denn erstens habe ich es an den Knöpfen abgezählt, und zweitens ist es auch wegen der vielen Ohrfeigen.«

Es wurde noch ein bißchen verhandelt und dann wurde beschlossen, daß Jakoble den Reinhard begleiten sollte auf der Reise in die weite Welt. Jakoble machte ein feierliches Gesicht bei diesem Beschluß, so feierlich, daß ihm die Ohren weit abstanden und die Kopfhaut hin- und herrutschte. Dann sprach er in väterlichem Tone: