»Ja,« sagte der Kantor, »in meinen jungen Jahren hätte ich es nicht für möglich gehalten, daß man einmal einen Draht an meinen alten Kirchturm befestigen und daß ich durch diesen Draht über Berg und Tal sprechen können würde. Eine neue Zeit!«
»Keine schlechte Zeit!« sagte der Arzt.
Die Männer trennten sich; der Kirchturm schnappte nach Luft. Also die Schnur, an die er gebunden war, war ein Draht, und durch diesen Draht konnte man bis in die Stadt sprechen!
Der Turm dachte nach, daß ihm die Balken seines Gehirns knackten – aber er kriegte nicht zusammen, wie das alles möglich sein könne.
Da faßte ihn tiefe Betrübnis. Er holte schwer Atem und sprach zu sich selbst:
»Wenn ich schon meine Gemeinde nicht mehr verstehe, wünschte ich, ich wäre tot. Vielleicht kommen die Schweden und erschießen mich, oder die Leute reißen mich weg und bauen einen neuen und klügeren Turm!«
So stand er traurig die ganze Nacht. Am nächsten Morgen aber hörte er aus dem Draht heraus die Stimme des Herrn Pfarrers. Der sprach mit einem Dachdeckermeister in der Stadt und bestellte tatsächlich den neuen roten Hut für den Turm.
»Wir müssen den alten Herrn schon etwas heraus putzen,« sagte der Pfarrer, »denn er ist ja im Nebenamt jetzt sogar Telephonbeamter geworden.«
Telephonbeamter! Da habt ihr's! Da ist man ein großes Tier und weiß es gar nicht, da ist man ein Beamter und hat keine blasse Ahnung von seinem Beruf! Aber das sollte jetzt anders werden! Telephonieren wollte der Turm, was das Zeug hielt.