»Der Max Scholz, der sollte erst gar nicht mitmachen,« sagte einer verächtlich, »er ist bloß zweimal übers Treppengeländer gefallen.«
»Aber einmal vom zweiten Stock herunter, und da hat der Kopp gelitten,« verteidigte sich Scholz.
»Ach was, Kopp! Kopp ist nicht so schlimm!«
»Ich hab auch was für mich,« dachte Moritz Cohn. »Ich bin der einzige Jude in der Schule, und ganz können sie unsere Religion auch nicht ausschließen. Wir müssen berücksichtigt werden!«
So zog der kleine Trupp dahin in Hoffen und Bangen, und keiner der vielen reichen Leute, die ihm begegneten, dachte daran, daß da sechs auszögen, um vier Wochen grüne Waldjugend zu suchen.
»Es gibt doch gute Leute,« meinte Scholz; »Leute, die für so was das Geld geben. Es kostet dreißig Mark pro Mann. Ein schweres Geld!«
»Oh,« sagte Moritz Cohn, »30 Mark for 'ne vierwöchige Sommerfrische is immer noch 'n reeller Preis!« …
Sie kamen zum Arzt, wurden untersucht und über vielerlei gefragt, und endlich fällte der Mann mit der goldenen Brille den entscheidenden Spruch:
»In die Ferienkolonie werden mitgenommen: Gottlieb Scharfenberger und der Kleine da, der Heinrich Menzel.«