Und sein alter Plan: den Buchenhof zu gewinnen! Es war ja gut, wenn der Raschdorf unterging. Was ging ihn der Raschdorf an? Schließlich hatte er sich doch selber ruiniert!
Die Lampe ging aus. Schräger erschrak. Jetzt im Dunkeln würde auch er sich fürchten. Er sann nach, wo er Licht hernehmen könnte. Es war, ohne Geräusch zu verursachen, keines zu erlangen. So setzte sich der Einsame in einen Lehnstuhl.
Nur das eine nicht, nur nicht nach dem Fenster sehen! Das Mondlicht fiel so gespenstisch herein, und dort unten ragte der Turm auf, als wenn mitten aus dem Kirchhof sich ein geisterhaft drohender Riesenfinger emporstrecke.
Nur nicht nach dem Fenster sehen!
Eine Weile saß Schräger grübelnd still. Dann begannen seine Lippen zu zucken, Worte zu sprechen, ohne daß er's hindern konnte: »Ich schwöre vor Gott dem Allmächtigen und Allwissenden, daß ich die reine Wahrheit sagen, nichts verschweigen –«
Ein Stöhnen; Schräger sprang auf. Was fiel ihm ein? Wie kam er dazu, das zu sagen – das?
Er schloß die Augen und drückte den Kopf gegen die Kacheln des Ofens; sie waren kalt.
Kalt! Wenn das Feuer erlischt und wenn das Leben erlischt, kommt die Kälte.
»– nichts verschweigen und nichts hinzusetzen –«
Schräger raffte sich auf, und wie alle, die das Elend trifft, versuchte er den Kampf mit der furchtbaren Furie, die das böse Gewissen heißt, den nutzlosen, törichten Kampf, den auf die Dauer kein Sterblicher besteht, wenn nicht die starke, heilige Gnadenhand Gottes die eisernen Krallenfinger mächtig und linde aus den blutenden Schultern löst.