Er atmete auf. Das würde die Erlösung sein, der Sieg! Der Dämon stand an der Tür, als wolle er gehen. Aber er wandte sich noch einmal um.

»Trauen Sie dem Angeklagten das Verbrechen zu?«

Wie ein Lavastrom flutete die Frage durch die Seele des Einsamen, die Frage und die meineidige Antwort, die er gegeben: »Ich weiß es nicht genau. Er wird es wohl gewesen sein!«

Leise kam der Dämon näher und beugte sich an Schrägers Ohr. Das Fenster knackte und knisterte ein wenig. Das klang wie leises, böses Lachen. Und es war, als ob die furchtbare Stimme zischelte:

»Und weißt Du, was Du weiter getan hast? Das Geld hast Du ihm gekündigt, ihn bankerott zu machen; zum Müller bist Du gegangen, ihn aufzuhetzen, und da hat Dein Freund die Flinte genommen und ist hinübergegangen. Und Gott hat gefragt: »Woher kommst Du? Ich habe Dich nicht gerufen!« Mit Donnerstimme hat Gott es gefragt. Dein Freund aber hat mit bleicher Hand hinabgezeigt auf Dich und gesagt: »Der hat mich auf den Weg gezwungen zu Dir, der! …««

»Gustav, wach' auf! Wach' auf, Gustav! Ich kann nicht allein sein!«

Der Bursche fuhr erschrocken auf.

Und Julius Schräger suchte bei ihm Hilfe, bei dem Idioten, der verschlafen wimmerte und bald wieder einschlief.

Ein wenig später rasselte draußen ein Fuhrwerk vorbei. Schräger sprang ans Fenster. Wie eine Erlösung betrachtete er die brennenden Wagenlichter. Da waren doch Menschen – Menschen.

Aber bald darauf kam noch ein Licht langsam über die Felder herauf, ein einsames Licht, vor dem es dem erregten Manne schauerte. Wie gebannt sah er hin; er konnte sich nicht wegrühren vom Fenster, als wenn jenes Licht ihn zwinge. Er rieb sich die Augen, er wollte das Blendwerk bannen. Es gelang nicht. Näher kam das Licht, immer näher, gerade auf das Haus zu. Und nicht auf der Straße kam's, nein, über die Felder, ein weißes, blasses, taumelndes Licht.