»Willst Du auch auf den Vater schimpfen, Mathias?«

»Wein' doch nich, Heinrich! Ich will ja bloß mit Dir reden, weil Du doch schon ein großer, kluger Mensch bist. Sieh mal, ich sage, das war eben das Unglück von Deinem Vater, daß a sich nich mit a Leuten im Dorfe vertrug. Ich sag' ja nich, daß a schuld war. Ich sag' bloß, es war sein Unglück. Denn siehst Du, immer alleine konnt' a nich sein, immer in die Stadt fahren konnt' a auch nich, na, und da wurd' a verdrossen und ging zum Schräger, und das war sein Verderben.«

Der Knabe weinte leise vor sich hin. Berger schlang den Arm um seine Schulter.

»Heinrich, Du hängst so an zu Hause. Es ist notwendig, Heinrich, daß wir gute Freunde im Dorfe haben. Ich bin zu a ungeschickter Kerl, ich kann Dir's nich so beschreiben, wie ich mir's denke. Aber das weiß ich: Wir brauchen die Leute, auch wenn wir sie nich brauchen. Wir müssen's annehmen, Heinrich!«

»Da – da sag' ihnen, sie sollen die Mutter tragen; Du bist ja klüger, Du mußt's ja wissen.«

In demselben Augenblick öffnete sich die Tür, und Magdalene Raschdorf trat hastig ein.

Ihre braunen Augen standen voll Tränen. Die Stimme bebte ihr, als sie sprach: »Mathias, sie hat gesagt – sie hat zu unserer Martha gesagt – Sie – Sie haben – Sie haben unsere Mutter geküßt!«

»Lene! Was fällt Dir ein! Wer sagt das?« rief Berger.

»Wer sagt das, Lene?« stammelte Heinrich.