Der Lehnstuhl der Mutter stand am Fenster – leer. Zuguterletzt ging Heinrich mit zagen, scheuen Schritten näher und setzte sich in den Stuhl. Das Gesicht preßte er gegen die Lehne.

Und auch in dem Stuhle war nicht die Heimat. Nur eine wilde, quälende Sehnsucht kam, indes es draußen langsam dunkelte.


Drüben über der Straße ging indes eine Kindheit unter.

Die Kindheit Lottes.

Wer von allen weiß, wie lange Kindheit dauert? Bei manchen Wesen ist sie früh verloren; bei manchen dauert sie das ganze Leben.

Wer ein Wissender wurde, ist kein Kind mehr. Nur die sind Kinder, die vor den verschleierten Bildern des Lebens wunschlos stehen und nicht fragen.

Wer mit zweifelnder Hand den Schleier hob, oder wem ein Sturm die großen, öden Bilder enthüllte, der ist weit von der Kindheit.

Und wer weit von der Kindheit ist, ist nahe dem Tode.