Übrigens ging es gut. Der Hof war völlig neu eingerichtet, und ein paar günstige Jahre sowie Fleiß und Anspruchslosigkeit, die keiner Steigerung mehr fähig waren, hatten zuwege gebracht, daß Mathias Berger nicht nur die Zinsen pünktlich bezahlen konnte, sondern immer neue Verbesserungen im wirtschaftlichen Betrieb anlegte, wenn er auch vorläufig noch kein Geld sparte.

Wenn ihn aber Heinrich fragte, ob er sich auch gewissenhaft die Zinsen für sein eigenes Kapital nähme, wurde er immer verstimmt und sagte:

»Möchtest mir wohl auch gern Lohn geben wie einem Großknecht? Sei nur still! Ich komm schon zu meiner Sache, wenn's erst besser geht. Später rechnen wir ab. Ich schreib' alles auf. Und weißt Du, was ich brauche, nehm' ich mir, und meiner Schwester und der Liese schick' ich Milch und Butter, Kartoffeln und Speck. Das sind genug Zinsen.«

Nun trug sich Mathias Berger mit großen Plänen. In einem Hügel, der zum Buchenhof gehörte, hatte er ein Lehmlager entdeckt. Also wollte er eine Ziegelei anlegen und erhoffte von dieser reichliche Erträge. Nur klug und vorsichtig müsse man es anfangen. Jedenfalls sei die Sache bei der regen Bautätigkeit, die im Kreise entfaltet werde, durchaus aussichtsvoll. Als Anlagekapital wollte Mathias Berger seine letzten 7000 Mark zu Hilfe nehmen.

»Und wenn das Geld verloren geht, wenn wir pleite werden, wenn Du stirbst, was wird dann aus der Liese?«

Bergers Gesicht verfinsterte sich etwas.

»Aus der Liese?! Na ja! Aber sieh mal, da muß sie halt arbeiten – wie wär's, wenn ich das Geld nicht gewonnen hätte? Und dann is vom Pleitewerden gar keine Rede. Geht der Krempel nicht, hör'n wir zur rechten Zeit auf!«

Heinrich dachte nach.

»Jawohl, und ich würde ja auch die Liese nicht verlassen, ich würde alles tun für sie – alles!«

Da leuchteten Mathias Bergers Augen. Es lag ein eigener Osterglanz darin. Und er drückte Heinrich stumm die Hand.