»Du mußt nicht so reden, Hannes.«

»Na, Du hast eben keine Ahnung, Heinrich, wie der Schräger sauft. Alle Tage is a besoffen, manchmal schon frühmorgens. Und weißte, das is komisch: a sauft gerade seit dem Tage, wo Deine Mutter gestorben is.«

»Wieso?«

»Früher hat doch der Schräger kaum amal genippt, und an dem Tage, wo Deine Mutter frühmorgens starb, da war a mittags schon so besoffen und hat so gelärmt im Kretscham, daß man's bis bei uns gehört hat. Weißte, was Mathias sagt? Das is das böse Gewissen! Das will a totsaufen!«

»Das kann kein Mensch behaupten.«

»Behaupten wird's der Mathias nich mehr, dafür hat a ja zehn Tage gekriegt. Weißte noch, jetzt sind's grade drei Jahre. Das war a schlechtes Osterfest. Der Mathias kann alles vergessen, aber daß a hat sitzen müssen, das frißt an 'm. Deswegen is a auch bloß mit a Leuten im Dorfe nich mehr gutt. Die geh'n nu amal doch zum Schräger, und den Schräger kann a nich leiden.«

»Eigentlich ist es schlimm, daß wir uns mit den Leuten nicht vertragen, aber ich hoffe, daß es doch mal besser werden wird!«

»Da kannste lange hoffen! Wenn wir jetzt erst noch Ziegeleibesitzer sind, da fressen sich die Leute selber uff vor Neid. Denn im Grunde genommen nehmen sie's uns doch bloß übel, daß wir damals nich pleite geworden sind. Wenn Dein Vater eingesperrt worden wär', und die Wirtschaft hätte der Schräger, und Du wärst Knecht, da wär'n Dir die Leute ganz gutt. So aber nich!«

Heinrich seufzte. Hannes fuhr fort zu reden.

»Und was haben sie alles gesagt: Dein Vater hat angezünd't oder Du! Ja, ja, guck nur! Das sagen sie immer noch. Zwar nich laut, denn da setzt's ja zehn Tage, aber sie sagen's. Du oder Dein Vater, oder beide! Und dann, daß a sich erschossen hat. Und von Deiner Mutter und vom Mathias –«