Hannes schüttelte über seinen talentlosen Schüler melancholisch den Kopf.
»Unappetitlich! Mensch! Als wenn da was zum Essen wär'! Na, da sieh mal her, so macht man a Mist aus a Hufen raus, schmeißt 'n natürlich weg und wischt sich an a Hosen die Hände ab. Möcht' ich wissen, was dabei unappetitlich is!«
Heinrich sagte gar nichts; er seufzte nur schwer. Dann bestieg er mit Hannes den Ackerwagen, und sie fuhren hinaus aufs Feld. Er selbst behielt die Zügel.
Wie sie ein Stückchen draußen waren, bückte sich der Schimmel nach dem Wegrain und fing an zu grasen, während er den Wagen langsam, sehr langsam hinter sich herzog. Heinrich ließ ihn gewähren, denn er meinte, solch ein Gebahren sei bei den Ackerpferden allgemein üblich.
Hannes aber saß stumm neben ihm mit verhaltenem Zorn und schwerer Verachtung. Nach einer Weile hielt er's aber nicht länger aus und er seufzte zynisch:
»Na, da werden wir ja hoffentlich zu Mittage draußen sein.«
Heinrich schrak aus seinen Träumen empor und wackelte energisch mit der Leine. Der Schimmel ließ sich dadurch nicht stören, sondern streckte gerade seine lüsterne Zunge nach einer frisch aufgeschossenen Maiblumenstaude aus – da hieb ihm unvermutet der Hannes die Peitsche über den Rücken, daß er aufzuckte und sich in eine für sein Temperament verblüffend schnelle Gangart setzte.
Leider geschah es, daß Heinrich über den Hieb noch heftiger erschrak als der Schimmel, und daß ihm deshalb die Leine entglitt, die nun unten auf der Erde einherschleifte. Und in dieser für einen Kutscher sehr trostlosen Verfassung begegnete das dahinsausende Gefährt dem Barbier.
Der schlug ein Gelächter an und ging dann schnell dem Buchenkretscham zu. –