Auf dem Felde draußen sagte Hannes finster:

»Du plamierst ein'n kolussal!«

Heinrich wußte nichts zu erwidern. Da war er nun der Herr und Besitzer des Buchenhofes, hatte mehr gelernt als alle anderen Bauern und wußte nicht einmal einen fetten Gaul zu regieren.

Und nun kam die schwierigere Aufgabe. Heinrich sollte pflügen lernen. Hannes spannte den Schimmel an den Pflug und sagte:

»Den Rand mach' ich! Das is zu schwer für Dich. Geh mal nebenher und paß auf! So – also so wird der Pflug gehalten. Fest muß man ihn halten, sonst springt a raus. Und 's Pferd muß immer'n Fuß breit weg von der Furche gehn. Jüh!«

Aufmerksam schritt Heinrich neben dem Pfluge einher. Er gab genau acht, und die Sache erschien ihm kinderleicht. Hannes machte allerlei Kunststückchen; er überbot sich in technischen Ausdrücken, namentlich in den direkten Anreden, die er an das Pferd richtete, und ließ bald die rechte, bald die linke Hand von den Holmen los, wie ein eitler Radler auf der Straße, wenn er den Passanten zeigen will, wie sicher er seiner Sache sei.

Indessen kam Heinrich in eine schwermütige Stimmung. Seine Gedanken flogen hinab nach Breslau. Heute begann das neue Schuljahr. Die Ober-Sekunda! Jetzt mußte eigentlich alles erst recht interessant werden. Der Ordinarius in Ober-Sekunda war bekannt als tüchtiger Lehrer. Ach, er durfte seinem Unterricht nicht lauschen; er mußte pflügen lernen, mußte stumpfsinnig die Furchen entlang gehen, immer hin und her ohne alle Abwechslung, ohne jedes bißchen Geist.

Aber er hatte es ja doch so gewollt; er hatte um jeden Preis in der Heimat sein wollen.

Und wieder dachte er nach, was für eine Bewandtnis es um die Heimat habe.

»Na, nu kommst Du dran, Heinrich; nu nimm Dich aber zusammen!«