So geschah es. Als Hannes wieder aufs Feld zurückkam und nun den Acker in prächtigen, geraden Furchen pflügte, dachte er jedesmal, wenn er voll Freude sein Werk betrachtete:

»Bloß gut, daß ich nie aufs Gymnasium gegangen bin.«


Der junge Buchenbauer aber saß trostlos daheim in seiner Stube. Die Liese verband ihm den Fuß.

Mit zärtlicher Sorgfalt wusch sie die Wunde, und als sie den heilsamen Arnikasaft darauf goß, sah sie ängstlich nach Heinrich, ob es ihm auch nicht zu große Schmerzen verursachte.

Mit geschickten Fingern legte sie den Verband an.

Heinrich betrachtete das zarte, hübsche Mädchen. Sie war jetzt siebzehn Jahre alt. Lichtblondes Haar fiel gescheitelt um die reine, weiße Stirn. Das Gesicht war etwas blaß.

Heinrich dachte daran, wie zärtlich Mathias dieses Mädchen liebte, und er nahm sich vor, all sein Leben lang freundlich zur Liese zu sein. Das, meinte er, erfordere schon die Dankbarkeit gegen Mathias, seinen großen Wohltäter.

Und dieser Gedanke, daß Mathias sich freuen würde, wenn er gut und lieb zur Liese wäre, faßte ihn stark zu dieser Stunde. Bisher hatte er kaum daran gedacht. Jetzt ward ihm die hohe Pflicht inne.

Er strich dem knienden Mädchen sanft mit der Hand über den Scheitel.