Das Mädchen sah ihn zornig an.
»Von uns hat niemand was bei den Leuten dort drüben zu suchen. Wenn's keiner versteht, ich versteh's! So ein Esel – es ist ihm recht!«
Sie schob das Portemonnaie mit dem Fuße beiseite und ging hinaus.
Der junge Buchenbauer sah ihr nach. Zum erstenmal fiel ihm auf, wie wenig er im Grunde genommen auf seinem Hofe zu sagen habe. Er war nicht der Herr. Kein Mensch kümmerte sich um seine Meinung, höchstens Mathias. Sie waren alle Herren: Hannes, der Schaffer, am meisten Lene. Er hatte immer geschwiegen in dem Gefühl, daß die anderen es ja besser verstünden, und daß er ihnen doch zur Dankbarkeit verpflichtet sei.
Aber jetzt regte sich in seiner weichen Seele der Trotz. Er hob das Portemonnaie seines Vaters auf und schüttelte den Inhalt in seinen eigenen Geldbeutel.
Nun würde er selber zur Steuer gehen! Jawohl!
Die Berger-Liese kam herein.
»Heinrich, es muß jemand zur Steuer; es is die höchste Zeit. Ich werd geh'n. Mir werden sie ja nischt tun.«
»Nein, Liese, Du gehst nicht! Du am allerwenigsten! Aber Du bist ein vernünftiges Mädel!«