»Guten Abend!« sagte Heinrich und zog den Hut. Damit wollte er gehen. Aber er besann sich.

»Fräulein Lotte,« sagte er leise und hastig, »ich – ich hab' Ihnen immer noch was zu sagen.«

Er brach ab. Er wartete wohl auf ein Wort von ihr, aber sie sagte nichts. Da begann er wieder:

»Sie sind einmal sehr freundlich zu mir gewesen – Sie wissen wohl – damals, als wir noch Kinder waren – es ist ja jetzt an die acht Jahre her – aber ich wollte Ihnen bloß sagen, den Strauß hab' ich nicht auf die Straße geworfen – ich nicht! Sie sind mir gewiß recht böse gewesen die lange Zeit.«

Sie sah ihn errötend an, schüttelte den Kopf und ging rasch ins Haus.

Langsam schritt Heinrich über die Straße. Beim Hoftor blieb er stehen und holte tief Atem. Nach dem Buchenkretscham schaute er, hinter dessen erhellten Fenstern ein wüster Lärm war. Es war ihm doch sehr wohl.

Daß er ihr das hatte sagen können, das machte ihn froh. Es hatte ihn bedrückt all die Jahre.

Sie war ein herrlich schönes Mädchen geworden. Das hatte er erst heute so recht gesehen. So reif und so schön!

Warum klopfte ihm das Herz so laut?