Ja, es war so. Er war froh, daß er in den Kretscham gegangen war. Er war froh, auch wenn es allen anderen nicht paßte.

Er war mutig gewesen. Und dieses schöne Bewußtsein trieb ihm, wie allen weichherzigen Leuten, die es nicht gewöhnt sind, das Blut in den Kopf. Wie ein Rausch war's. Denn das ist ja wahr, daß Mut trunken macht, einen früher, einen später, je nachdem, wieviel er verträgt.

Sie hatten geschwiegen; nur zwei hatten über ihn gelacht, die zwei kläglichsten. Die anderen nicht. Und einer hatte ihn sogar zu einem Trunke eingeladen. Der gute alte Mann! Es war schade, daß er es ausschlagen mußte, aber sich da hinsetzen, unter diese Leute, das wär' ja unmöglich gewesen.

Ob's der Hirsel übel genommen hatte? Vielleicht! Wahrscheinlich sogar!

Heinrich sprang auf, setzte sich an den Tisch und schrieb an Hirsel einen langen Entschuldigungsbrief.

Ein Gefühl der Liebe für den alten Mann flutete durch das Herz des Jünglings. Wenn er jetzt einmal ins Dorf hinabsah, wußte er doch, daß dort unten jemand war, der's gut mit ihm meinte.

Ach, er war so glücklich, daß er ein ganz kleines Stückchen Heimat gewonnen hatte.

Als die Mitternacht vorbei war, hatte der junge Buchenbauer noch immer keinen Schlaf gefunden. Er mußte jetzt doch an seine Leute denken. Zum ersten Male hatte er sich in Widerspruch zu ihnen gestellt, zum ersten Male war er aufgeregt und glücklich, während sie gewiß alle mit bedrückten Herzen zur Ruhe gegangen waren.

Eine leise Reue kam, oder doch der Wunsch, sie recht bald alle wieder zu versöhnen, auch die Lene.

Freilich hatten sie ja nichts verloren.