»Stenzeln! Und dann, ich laß ihn wieder schön grüßen. Das muß ich doch, Stenzeln, nicht wahr?«
»Ja, freilich! Sonst noch was?«
»Nein! Geht nur schnell, daß Ihr ihn nicht verpasset.«
Die Stenzeln ging, und Lotte horchte hinab. Ihre Wangen brannten und ihre Augen waren weit geöffnet. Langsam verrann die Zeit. Wenn sie aufkönnte, ein einziges Mal ans Fenster könnte! Aber sie durfte sich ja nicht rühren. Jetzt war eine ganze Viertelstunde vergangen. Wo nur die Stenzeln blieb? Hatte er sich verspätet? Oder hatte er ihr so viel zu sagen? So viel? – –
Die Stenzeln stand etwas abseits von der Haustür und hielt Umschau. Es war niemand zu sehen. Das Tor und die Tür vom Buchenhof waren geschlossen. Es war auch drüben in keiner Stube mehr Licht.
Wo blieb er? Der Stenzeln wurde die Zeit lang, und sie lief die Straße ein bißchen auf und ab und guckte sich um. Da kam jemand. Es war der Barbier.
»Ah – Stenzeln! Ich denke, Sie haben Krankenwache? Da steht man doch nicht auf der Straße und guckt sich um, als wenn wunder jemand kommen sollte?«
»Das geht kein'n Menschen was an! Und auf Sie hab' ich nich gewart't.«
»Das glaub' ich. Nur nicht gleich so ruppig, Großmutter! Ich wunder mich halt. Wie geht's der Lotte?«
»Schlecht!«